Bitteres aus Bitterfeld

Bitteres aus Bitterfeld



Titel: Bitteres aus Bitterfeld
Autor: Neumann, Ulrich; Hällfritzsch, Rainer; Miosga, Margit
Datum: 1988
Type: video
Gattung: Dokumentarfilm
Abstract: Bitterfeld, Kreisstadt im Bezirk Halle, gilt heute als schmutzigste Stadt Europas. Zwischen Leipzig und Dessau gelegen, wächst sie langsam aber sicher mit Wolfen, dem Sitz der DDR-Filmindustrie zusammen. Bitterfeld selbst ist eines der Zentren der chemischen Großindustrie der DDR. Die Abgase der chemischen Betriebe verlassen zum größten Teil ungefiltert die Schornsteine. Die Abwässer, welche zu 90% aus toxischen Stoffen bestehen, werden ungeklärt in den Fluss Mulde, der bei Dessau in die Elbe fließt, geleitet. Seit 150 Jahren wird im Raum Bitterfeld Braunkohle-Tagebau betrieben. Die Erde wird aufgerissen und ausgebaggert. Die nicht mehr rentablen Gruben werden mit Bauschutt, Asche und dem giftigen Müll der Chemiefabriken zugeschüttet. Die so entstandene Brachlandschaft erscheint wahrhaft nachzivilisatorisch. Für die umliegende Bevölkerung stellen diese wilden Sondermülldeponien eine unberechenbare Gefahr da. Unkontrolliert setzten sich in ihnen chemische Reaktionsprozesse fort. Bitterfeld ist rußgeschwärzt, stinkt und zerfällt. Um die 23.000 Arbeiter in den Betrieben zu halten, werden ihnen überdurchschnittliche Löhne und 38 statt der 22 landesüblichen Jahresurlaubstage zugestanden. In Bitterfeld zu leben, bedeutet eine ständige Bedrohung der Gesundheit. Aber wer die Umweltprobleme beim Namen nennt, wird von den Lokalpolitikern eingeschüchtert und gemaßregelt. Das ansteigen von Kriminalität und Alkoholismus spiegelt den Frust der Bitterfelder Bevölkerung wieder.
Extent: 00:30:00
URI: http://hdl.handle.net/10858/1032

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