documenta 2

documenta 2

 

Die documenta 2 fand vom 15. Juli bis 18. September 1955 statt. Auf dem Erfolg der ersten aufbauend, wurde bereits die zweite documenta 1959 zu einer Institution: die Trägerschaft ging in eine GmbH über, und die konzeptuelle Realisierung wurde auf eine größere Gruppe ausgewiesener Kunsthistoriker verteilt. Die Nachkriegszeit rückte nun in den Blick der Ausstellungsmacher, die die Ausstellung programmatisch mit „Kunst nach 1945“ untertitelten. Das Jahr 1945 wurde aber nicht nur als politische Zäsur verstanden. Anhand einer Auswahl von künstlerischen Arbeiten der Vorkriegsmoderne, die als Qualitätsmaßstab für die zeitgenössische Kunst dienen sollte, wollte Werner Haftmann seine These von der „Weltsprache Abstraktion“ untermauern, die er erstmals in sein 1954 erschienenen Buch „Die Malerei des 20. Jahrhunderts“ entwickelt hatte. Die Kontinuität der Entwicklung von einer „das Sichtbare abbildenden zu einer das Unsichtbare sichtbar machenden Kunst“ sollte dargelegt, und zugleich die Abstraktion als durchgesetzte Diktion der Kunst der Nachkriegszeit vorgestellt werden. Zugleich unterstrich Arnold Bode in seinem Präsentationskonzept diese These, indem er einzelne Bilder als Blickfänge in zentrale Achsen des Museums einfügte. Ernst Wilhelm Nays „Freiburger Bild“ von 1956 dominierte den Hauptsaal des Fridericianums und illustrierte eine weitere Neuerung der Nachkriegskunst: Die Formate der Malerei waren explodiert und im Gefolge der Amerikaner zu wandfüllenden Manifestationen einer neuen, internationalen Bildauffassung geworden.